Sehenswürdigkeiten entlang der Route
Sehenswürdigkeiten
des Balaton-Oberlands
Entlang der Route liegen mehr als 40 Sehenswürdigkeiten – von Kirchenruinen und Aussichtstürmen über malerische Dörfer bis zu den Naturschätzen des Balaton-Oberlands. Hier eine Auswahl der schönsten.
Balatonfüred – Die Rote Kirche
Die Pfarrkirche Christus König, im neoromanischen Stil aus rotem Sandstein erbaut, erhebt sich mit ihren beiden 35 Meter hohen Türmen weithin sichtbar über Balatonfüred. Sie wurde 1927 nach den Plänen von Gáspár Fábián fertiggestellt und verdankt ihren Spitznamen dem roten Perm-Sandstein der Region. Mit 40 Metern Länge und 20 Metern Breite gehört sie zu den Gebäuden, bei denen man unwillkürlich stehen bleibt und nach oben schaut.
Balatonfüred – Die Rundkirche
Die klassizistische Rundkirche mit ihrem Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes und ihrer an das Pantheon in Rom erinnernden Gestalt wirkt fast fremd im Stadtbild des 19. Jahrhunderts – genau das macht ihren Reiz aus. Sie wurde am 21. Juni 1846 geweiht, und selbst Ferenc Deák nahm an der Zeremonie teil. Das Altarbild von Henriette Kärling zeigt Jesus und die Samariterin am Jakobsbrunnen – eine Anspielung auf die Heilquellen und den Kurort-Ruhm von Balatonfüred.
Balatonfüred – Die Tagore-Promenade und die Bäume der Nobelpreisträger
Die berühmteste Uferpromenade des Balatons begann 1926 mit einer einzigen Linde, die der indische Nobelpreisträger Rabindranath Tagore aus Dankbarkeit für seine Behandlung in Balatonfüred pflanzte. Später folgten zahlreiche Wissenschaftler und Nobelpreisträger, darunter Eugene Wigner, Edward Teller, George Oláh und John Harsanyi. Heute gleicht die Promenade einem lebendigen Freilichtmuseum der Wissenschaft.
Tihany – Benediktinerabtei, Grab von König Andreas I. und das Echo von Tihany
Die 1055 gegründete Benediktinerabtei von Tihany ist bis heute ein aktives Kloster. Ihre Stiftungsurkunde enthält die ältesten erhaltenen schriftlichen Wörter der ungarischen Sprache. Hier befindet sich auch das Grab von König Andreas I. – das einzige erhaltene Grab eines Königs aus der Árpáden-Dynastie. Und ruft man im Innenhof der Abtei laut, kehrt der Schall wenige Sekunden später zurück: das berühmte Echo von Tihany.
Aszófő – Die Kirchenruine von Kövesd
Die Ruine der Kirche von Kövesd zählt zu den schönsten mittelalterlichen Bauwerken des Balaton-Oberlands. Die romanische Kirche aus den Jahren 1260–1270 gehörte einst zur Abtei von Tihany und wurde auf den Fundamenten einer römischen Villa errichtet – buchstäblich auf den Ruinen eines Imperiums. Der Blick auf den Balaton und die Halbinsel Tihany ist atemberaubend.
Dörgicse – Drei Kirchenruinen aus der Árpádenzeit in einem Dorf
Im 13. Jahrhundert bestand Dörgicse aus drei getrennten Dörfern – Klein-, Ober- und Unterdörgicse –, und jedes besaß seine eigene Kirche. Nach Mongolensturm und Türkenzeit wurden die Siedlungen verlassen, die Ruinen blieben. Die 22 Meter hohe Giebelwand der Kirche von Unterdörgicse steht bis heute; unter den Fundamenten von Oberdörgicse wurden sogar römische Spuren entdeckt.
Pécsely – Die Ruinen der Burg Zádorvár
Auf dem 363 Meter hohen Zádor-Berg erhebt sich die Ruine einer Burg aus dem 14. Jahrhundert. Einst verfügte sie über Kapelle, Torturm und Bergfried. Heute sind nur noch Reste erhalten, doch der Aussichtspunkt an der Stelle der ehemaligen Bastion bietet eines der schönsten Panoramen der gesamten Nordküste des Balatons.
Das Pécselyer Becken – Ein Tal, das man nicht verpassen sollte
Das Becken rund um Pécsely gehört zu den ruhigsten Ecken der Nordküste. Sanfte Hügel, Weinberge, Obstgärten und das Tal des Cserkút-Bachs prägen die Landschaft. Im Frühling entstehen hier kleine Wasserfälle, gespeist von Karstquellen.
Balatonszőlős – Der Kőhegy-Aussichtsturm
Oberhalb von Balatonszőlős steht auf dem Kőhegy ein Aussichtsturm aus dem Jahr 1935, erbaut aus rotem Sandstein der Region. Auf 298 Metern Höhe eröffnet sich einer der schönsten Ausblicke über den Balaton und das Südufer. Besonders bei Sonnenaufgang herrscht hier oft völlige Ruhe.
Csopak – Das Nosztori-Tal und der Stumpfturm
Das Nosztori-Tal nördlich des Ortes wird von Karstquellen gespeist, die den Séd-Bach entstehen lassen. Bereits im Mittelalter trieb dieser mehrere Wassermühlen an. Drei Mühlengebäude stehen noch heute, zwei davon auf rund 700 Jahre alten Fundamenten. Im Ortszentrum steht der berühmte Stumpfturm, der Überrest der Árpádenzeit-Kirche des Heiligen Stephan – kopflos, aber stolz, und heute das Wahrzeichen von Csopak.
Paloznak – Barocker Charme und großartige Ausblicke
Die erste schriftliche Erwähnung der Kirche von Paloznak stammt aus dem Jahr 1352, doch vermutlich stand hier bereits im 10. oder 11. Jahrhundert eine Kapelle. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich das Gebäude von der Gotik zum Barock. Oberhalb des Dorfes steht ein Aussichtsturm aus rotem Sandstein von 1935; von 298 Metern Höhe reicht der Blick weit über den Balaton bis zum Südufer.
Lovas – Wo Urmenschen Farbe abbauten
In der Gemarkung von Lovas wurde 1952 während Straßenbauarbeiten eine der ältesten bekannten Minen Europas entdeckt. Radiokarbondatierungen identifizierten rund 12.000 Jahre alte Werkzeuge aus Hirsch- und Wildschweinknochen. Die Menschen der Steinzeit gewannen hier roten Ocker, den sie für Bestattungsrituale, Körperbemalung und Höhlenmalereien verwendeten.
Das Nivegy-Tal – Wo die Zeit langsamer vergeht
Das Nivegy-Tal gehört zu den romantischsten und ursprünglichsten Landschaften des Balaton-Oberlands. Schmale Straßen schlängeln sich zwischen sanften Hügeln hindurch, kleine Dörfer verstecken sich in den Tälern, und überall finden sich Weinberge, Kellerhäuser und Waldstücke. Vulkanische und kalkhaltige Böden, kühle Nächte und der nahe Balaton prägen die Weine – doch der wahre Zauber liegt in der Atmosphäre.
Mencshely – Der Hügel, auf dem Ärzte Wein machen
Mencshely war einst ein bedeutendes Weinbauzentrum, viel wichtiger, als viele heute vermuten würden. Über Jahrhunderte bestimmte vor allem der Halom-Berg das Leben der Menschen. Hier treffen die klimatischen Einflüsse des Balatons auf die kühlere Hügellandschaft des Oberlands. Das Ergebnis sind frische, mineralische Weine mit lebendiger Säure.
Hegyestű – Ein Vulkan, in Stein eingefroren
Der Hegyestű ist kein gewöhnlicher Berg, sondern das freigelegte Innere eines mehrere Millionen Jahre alten Basaltvulkans. Durch den Steinabbau wurde eine Seite des Berges abgetragen, wodurch die spektakulären sechseckigen Basaltsäulen sichtbar wurden. Solche Formationen gibt es in Ungarn nur an wenigen Orten. Geologen lieben sie, Fotografen ebenfalls.
Tihany – Der Innere See und die uralten Geysire
Der Innere See gehört zu den größten vulkanischen Kraterseen Mitteleuropas. Die merkwürdigen Steinkegel in der Umgebung sind keine gewöhnlichen Felsen, sondern die Überreste mehrere Millionen Jahre alter Geysire. Ja, hier schossen einst heiße Wasserfontänen aus dem Boden.
Balatonfüred – Die Sommerhauptstadt der Reformzeit
Im 19. Jahrhundert war Balatonfüred weit mehr als nur ein Kurort. Hier traf sich die politische, kulturelle und wirtschaftliche Elite Ungarns. Persönlichkeiten wie István Széchenyi, Ferenc Deák, Lajos Kossuth und Mór Jókai verbrachten Zeit in der Stadt.
Balatonfüred – Das erste Dampfschiff des Balatons
1846 lief in Balatonfüred die Kisfaludy, das erste Dampfschiff des Balatons, vom Stapel. Das Projekt wurde persönlich von István Széchenyi unterstützt. Die Geschichte der modernen Schifffahrt auf dem Balaton beginnt genau hier.
Balatonfüred – Die Villa von Mór Jókai
Der Schriftsteller Mór Jókai verliebte sich so sehr in Balatonfüred, dass er sich hier eine Villa bauen ließ. Im Garten kultivierte er selbst Weinreben, und mehrere seiner Werke entstanden in diesem Haus. Heute kann die Villa als Museum besichtigt werden.
Balatonfüred – Die Lóczy-Höhle
Am Hang des Tamás-Berges befindet sich die Lóczy-Höhle, eine der spannendsten geologischen Sehenswürdigkeiten des Balaton-Oberlands. Die freigelegten Gesteinsschichten erzählen die Geschichte von Millionen Jahren Erdgeschichte und zeigen, wie die Landschaft rund um den Balaton entstanden ist.
Csopak – Das Ranolder-Kreuz
Hoch über den Weinbergen von Csopak steht das Ranolder-Kreuz, einer der schönsten Aussichtspunkte der Region. Von hier aus überblickt man den Balaton, die Halbinsel Tihany und das Südufer zugleich. Besonders bei Sonnenuntergang ist die Aussicht spektakulär.
Csopak – Der Olaszrizling-Lehrpfad
Der Olaszrizling-Lehrpfad von Csopak ist weit mehr als nur ein Wanderweg – er ist eine Freiluftschule für Weinliebhaber. Entlang der Strecke erfahren Besucher Wissenswertes über Weinbau, Böden und die Rebsorte Olaszrizling, die zum Symbol der Region geworden ist.
Paloznak – Eines der schönsten Dörfer am Balaton
Paloznak taucht regelmäßig auf Listen der schönsten Dörfer Ungarns auf. Weiße Häuser, blumengeschmückte Gassen und Weinberge erinnern viele Besucher eher an die Toskana als an Mitteleuropa.
Paloznak – Das Jazzpiknik
Innerhalb weniger Jahre hat sich das Paloznaki Jazzpiknik zu einem der bekanntesten Musikfestivals Ungarns entwickelt. Jeden Sommer treten internationale Stars in einem Dorf auf, das nur wenige Hundert Einwohner zählt.
Szentantalfa – Die Ruine der St.-Blasius-Kirche
Auf einem Hügel über dem Tal stehen die Überreste der St.-Blasius-Kirche, eines der fotogensten Denkmäler des Balaton-Oberlands. Von hier reicht der Blick sowohl über das Nivegy-Tal als auch über den Balaton. Viele halten dies für eine der schönsten Aussichten der gesamten Region.
Das Balaton-Oberland – Der Lavendelweg
Obwohl die meisten Menschen Lavendel mit Tihany verbinden, gedeiht die Pflanze heute im gesamten Balaton-Oberland. Im Juni und Juli färben sich ganze Hügel violett und erfüllen die Luft mit ihrem charakteristischen Duft.
Die Welt der historischen Presshäuser
Über die Hügel verstreut stehen traditionelle Presshäuser aus Stein, von denen viele zwischen 150 und 250 Jahre alt sind. Einige werden bis heute für ihre ursprüngliche Funktion genutzt. Diese kleinen Gebäude gehören zu den charakteristischsten Wahrzeichen des Balaton-Oberlands.
Nationalpark Balaton-Oberland
Fast das gesamte Weinbaugebiet liegt innerhalb oder unmittelbar neben dem Nationalpark. Seltene Orchideen, Bienenfresser, Ziesel, Falken und Hunderte geschützter Pflanzenarten finden hier einen Lebensraum – eine Landschaft, in der Natur und Weinbau seit Jahrhunderten harmonisch nebeneinander bestehen.